Im öffentlichen
Raum

Parasitäre Verhältnisse und Dialoge
Parasitäre Verhältnisse und Dialoge, 2002

Installation im U-Bahnhof Alexanderplatz U 2, Berlin,
25.01.2002 bis 25.06.2002
65 Polster, Metallbänder, Lack, Maße variabel
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Während eines Zeitraumes von zwei Wochen beobachtete ich die Menschen auf dem Bahnsteig Alexanderplatz U 2 und deren Verhaltensweisen innerhalb der Bahnhofsarchitektur. Währenddessen stellte ich mir Fragen, wo und weshalb die Passanten schnell gehen, langsam schlendern oder stehen bleiben. Die Orte ,die beiläufig und kurzfristig ohne bestimmte Belange genutzt werden, faszinierten mich.
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Sie können im Vorübergehen ohne körperliche Anstrengungen, durch einfaches „sich Anlehnen an“, erzeugt werden und sie wandeln sich in kürzester Zeit zu einem privaten Rückzugsort. Ich wollte diese Stellen der „beiläufigen Nutzung“ durch Anbringung von Polstern besonders hervorheben und gleichzeitig die Häufigkeit des Anlehnens kennzeichnen: Je nach beobachtetem Häufigkeitsgrad der Benutzung variieren die Polster in ihrer Polsterstärke. Je häufiger Personen sich an bestimmten Stellen anlehnen, desto dicker sind die Polster. Ihre Oberfläche entspricht den üblichen BVG-Polsterbezügen, die sich farblich den rötlichen Tönen des Bahnhofs anpassen.
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Folglich ist die Installation weniger auffallend, sondern wird erst im Moment der Nutzung gegenwärtig. In ihrer Gesamtheit bilden sie innerhalb des Bahnhofes ein eigenes, übergeordnetes System ungewöhnlicher „funktionaler Markierungen“. Da es sich bei den von mir beobachteten Stellen um Lieblingsplätze von Passanten handelte, wurden die Polster rege genutzt. Das hatte zur Folge, dass der Moment des Anlehnens kultiviert wurde. Auf den Polstern wurde gelesen, gelümmelt, geträumt oder das Bahnhofsgeschehen beobachtet, so wie ich es auch während der Vorbereitungsphase der Arbeit getan hatte. Das veränderte Verhalten wiederum nahm ich zum Anlass, einen Kurzfilm zu drehen.

 


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