Aktuelles 02

News
stella geppert

Deplatzierungen # 1 - 3, 2008/2009, Skulpturi DK, Copenhagen / Cuxhavener Kunstverein // Stühle
„Das ich setzt sich selbst“, behauptete Fichte und Nietzsche zeichnete in seine Ausgabe des Fichte’schen Werks einen kleinen Stuhl an den Blattrand. (...) In einem anderen Beckett-Stück wird einer, der nicht sitzen kann, im Rollstuhl herumgefahren, eine komisch böse Variante der von Hegel aufgebrachten Verknüpfung von „Herr und Knecht“. Letztere unselige Tatsache ist eben zuallererst einer Kulturgeschichte des Sitzens geschuldet, bei deren kompliziert abgewinkelter Körperhaltung eben auch kompliziert abgewinkelte Gedankenkonstellationen zustande, besser zu sitzen kommen. Eine Gesellschaft nimmt Platz. Und so setzt Denken seit ein paar hundert Jahren körperliche Unbeweglichkeit voraus. (Nora Sdun)

  stella geppert Maximale Fallhöhe, 2008/2009, Galerie Oelfrüh, Hamburg //
Vase, Vasenboden, Bohrkern

Die Galerie verfügt über zwei Geschosse, Erdgeschoss und 1. Stockwerk.
Der Boden der Vase wurde sorgfältig herausgebohrt. Unterhalb der Vase ohne Boden wurde ein ebenso großes Loch durch den Deckenboden der Galerie gebohrt. Vom ersten Stockwerk aus kann der Betrachter durch die Vase und Galerieboden nun auf den Bodenvasen und Bohrkern im Erdgeschoss schauen.
  stella geppert Unabhängig von der Lage, 2009, Cuxhavener Kunstverein // (Detailansicht)
Lamellenvorhänge der Galerie, Deckenbeleuchtung und Deckenkonstruktion des Cuxhavener Kunstvereins, Rigips, Kabelbinder, Elektrokabel, Acrylglas

Fünf Deckenleuchten und zwei Lamellenvorhänge versetzte ich in verschiedenen Abständen bis unter die Decke des nächstliegenden Stockwerkes. Teile der unteren Decke besserte ich mit neuen, im Kassettenmusterformat zugeschnittenen Rigipsplatten aus.
In dieser Arbeit wird dekonstruiert und konstruiert zugleich.
  stella geppert Unabhängig von der Lage, 2009 / Cuxhavener Kunstverein //
Lamellenvorhänge der Galerie, Deckenbeleuchtung und Deckenkonstruktion des Cuxhavener Kunstvereins,
Rigips, Kabelbinder, Elektrokabel, Acrylglas.
Ohne es zu merken, 2009 / Cuxhavener Kunstverein
Besen, Alurohr (maße variabel), Grafit, Zeichnungen an der Decke und an der Wand

(...) Dabei konzentrierte ich mich auf die charakteristischen Elemente des Ausstellungsraumes:
Das Raster der Decke, die Lichtkonstruktion und die Lamellenvorhänge. Während der Entwurfsphase irritierte mich eine Fläche an der Decke, an der die typische Rasterung fehlte. Dem ging ich nach und erfuhr, dass sich dort ein Durchgang bis in das darüberliegende Stockwerk befand. Ich ließ daraufhin die Rigipsplatte entfernen und somit wurde ein Schacht in den Ausmaßen von 140 × 140 cm sichtbar. Er führte genau eine Etage höher.
  stella geppert Ohne es zu merken, 2009, Skulpturi DK, Copenhagen, Denmark / Cuxhavener Kunstverein // Besen, Alurohr (maße variabel), Grafit, Zeichnungen an der Decke und an der Wand
(...) Stella Geppert vollzieht ein ironisches Manöver zur Herstellung von reiner Unmittelbarkeit. Da ist es wieder, das Wort von der Reinheit, und toll ist nun, dass unten am Boden ernsthaft rein gemacht wird und oben reine (also sehr ernste) Unmittelbarkeit waltet. Sie krakelt nicht mutwillig an der Decke, noch versucht sie dort, eine Hygieia, eine Göttin der Reinheit, eine Maria auf dem Wolkenthron oder Ähnliches anzubringen, sondern sie konzentriert sich auf den zu reinigenden Boden, ihr Werkzeug kehrt dabei so zuverlässig wie jeder Besen, nur dass der Stiel an der Zimmerdecke dabei eben sperrt, bremst, blockiert, abrutscht – eben zeichnet. (Nora Sdun)
  stella geppert Ohne hier ohne da, 2008
Unten Drunter, Malmö, Schweden

Fahrrad des Kurators, Teppich und Neonröhren der Galerie, Latten von vorherigen Ausstellungen, Schild “Blockieren verboten”. Der Raum dient ausserhalb der Ausstellungszeit als Fahrradkeller.
 

gepper_cluster

Bist du da?, 2007
Künstlerhaus Bremen

(...) Diesmal war der Galerieraum selbst Ausgangsmaterial für eine raumgreifende, wie –durchdringende Installation. Sein Grundriss, Materialspuren und die Funktion des Gebäudekomplexes – seit jeher eine Produktionsstätte – bildeten das Fundament. So stellen die Holzlatten einen Werkstoff dar, der sich in einem Lattenlager sammelt und in seiner Rohform ein weites Assoziationsspektrum zulässt. Und die Spiegel sind zugleich Objekt sowie Bildraum und bergen in Kombination mit ihrer Bescheidung ein relativistisches Moment. Auch als Synonym der Vielschichtigkeit des Raumes wahrnehmbar verdichten die Spiegelplatten einerseits den Ort, bleiben jedoch – wie Raum und Bewegung selbst – stets ungreifbar. (...)
Stefanie Böttcher
 

gepper_cluster

nowhere is everywhere, 2007
Cluster, Berlin
,
(...) Die Installation beschreibt einen Zustand, in dem man nicht genau weiß, ob es das jetzt schon war oder ob noch etwas kommt. Diese Art von Gleichgewicht wirkt aber ganz und gar verdichtend, und sie schreitet tänzerisch voran durch fein abgestimmte Formationen. Man könnte meinen, die Künstlerin habe über mehrere Wochen die Elemente hin und her getragen und sich kompromisslos an tristem Ort und Material gerieben. Und in der Tat, genauso ist es: Aus jedem Winkel erscheint das Komponierte ganz raffiniert und ausgelotet, und dennoch liegt alles glücklich durcheinander wie die Trümmer zart zerschellter Flöße. (...)
Ingo Gerken

 


info@stella-geppert.de